Städtebauliche Studie Rüsdorfer Kamp

Ausgangssituation
Das Stadtquartier „Rüsdorfer Kamp“ befindet sich in direkter Nähe zur Innenstadt von Heide. Aufgrund sei-ner Lage und guten Anbindungen hat das Quartier ein großes Entwicklungspotential. Und doch ist seine Lagegunst durch Barrieren beeinträchtigt. Die als Brücke über die Bahn geführte „Hamburger Straße“ (Hochstraße B 203) stört das nördliche Erscheinungsbild und eine städtische Adressbildung wird er-schwert. Die Bahntrasse wirkt einerseits als Trennung zum westlich gelegenen Stadtkontext, anderseits befördert die direkte Anbindung an den Bahnhof eine zukünftige Entwicklung des Stadtteils.
Insgesamt weist der Stadtteil eine heterogene Baustruktur hinsichtlich Gebäudealter, Typ, Proportion, Zu-stand und Nutzung auf. Aufgrund seiner Lage und Eingrenzungen, die in Teilen auch als Barrieren wirken, ist das Quartier im Stadtkontext von Heide als räumlich zusammenhängender Stadtteil ablesbar.
Das Projekt QUAREE100 und die damit verbundenen Forschungsaktivitäten, sowie vorgesehene Realisie-rungen im Stadtteil bieten die Chance, dass das Quartier als Schaufenster für beispielhafte Stadtentwick-lung in Verbindung mit energetischer Innovation über Heide hinaus Beachtung finden kann.
Bereits bevor das Projekt QUAREE100 genehmigt wurde, hatte die Stadt Heide eine Untersuchung zu ei-nem Städtebaulichen Quartierskonzept „Rüsdorfer Kamp“ in Auftrag gegeben, welches 2016 bis 2018 unter der Beteiligung von Bürgern vor Ort sowie von unterschiedlichen Akteuren erarbeitet worden ist. Die Ergeb-nisse dieser umfangreichen Studie werden auch als Grundlage für die vorliegenden städtebaulichen Kon-zepte herangezogen.
Im Rahmen des Projektes QUAREE100 werden für das Quartier „Rüsdorfer Kamp“ mehrere städtebauliche Konzepte als Varianten entwickelt. Weiter ausformuliert werden zwei Varianten (01 und 02), die jeweils eine unterschiedliche Dichte und räumliche Konfiguration aufweisen.

Zielstellung
Aufgrund seiner Lagegunst und stadträumlichen Ausformung soll „Rüsdorfer Kamp“ als eigenständiges Quartier wirksam sein. So wird es auch in die Lage versetzt, seiner Bedeutung als Modellquartier QUAREE100 gerecht zu werden und diesem somit den entsprechenden stadträumlichen Ausdruck zu ge-ben.
Zielstellung ist ein Erneuerungsprozess für das Quartier zu initiieren, so dass ein deutlich ablesbares Ge-samtgefüge mit klaren und eindeutigen Räumen entsteht. Die einzelnen Baufelder haben dabei ihre eigene, unterschiedliche Charakteristik. Damit wäre die Voraussetzung geschaffen, dass ein durchmischtes Quar-tier, mit eigener Identität geschaffen wird, das für vielfältige Aktivitäten den Entwicklungsrahmen bereitstellt. Mit diesen Eigenschaften, einer klaren städtebaulichen Figuration, ist „Rüsdorfer Kamp“ prädestiniert für das Modellquartier QUARREE 100.

Konzept | Idee
Insgesamt soll ein Stadtteil entstehen, der Zukunftsfähigkeit verdeutlicht und gleichermaßen sowohl für technologische Innovation als auch für Gemeinwohlorientierung steht. Indem das Quartier erneuert und aufgewertet wird, Bestand und neue Gebäude zusammenwirken, erhält der Stadtteil „Rüsdorfer Kamp“ eine spezifische Identität. Historische Gebäudeensembles wie an der „Rüsdorfer Straße“ verweisen auf die Ge-schichte. Die Gegenwart bildet sich bereits ab, wobei mehr Lebendigkeit dem Stadtteil guttäte. Zukünftig sollen weitere Aktivitäten, Wohnen und Arbeiten, soziale Projekte, wie sie die Stiftung Mensch vorantreibt, ebenso wie Kultur- und Bildungseinrichtungen, das Quartier bereichern.

Städtebau | Gebäudetypologie
Zielstellung des städtebaulichen Konzepts ist die Arrondierung der bestehenden baulichen Strukturen und die Implementierung von neuen Einrichtungen. Dazu gehören zeitgemäße, nachhaltige Architekturen, ebenso wie neue Technologien für die energetische Versorgung des Quartiers. Die vorgefundenen städti-schen Teilräume sowie Flurstücke werden zu deutlich ablesbaren Baufeldern (B01-B08) komplettiert und bilden das Gesamtgefüge „Rüsdorfer Kamp“.

Die bestehenden Gebäude bilden je Nachbarschaft eine Referenz für die Dimensionierung von neuen Ge-bäuden. Die vorgeschlagenen Gebäudetypen, z.B. Geschosswohnungsbau, Punkthäuser, Stadthäuser bzw. Townhäuser, treten in den Dialog mit dem Bestand. Insgesamt stellen diese ein Angebot von unterschiedli-chen Arbeits- und Wohnformen für Singles, Paare, unterschiedliche Familienkonstellationen, Haushaltsgrö-ßen, Wohngruppen, Baugruppen, Mehrgenerationenwohnen und weiteren Lebensstilen bereit. Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe komplettieren den Stadtteil und unterstützen seine Lebendigkeit.

Modell Ruesdorfer Kamp